Freitag, 20. Februar 2009

Dave was my companion for the last year






Es war ein ziemlich anstrengendes Jahr für mich. Ich bin einen langen Weg gegangen, und dieser Blog war, auch wenn es für den Außenstehenden nicht offensichtlich ist, Teil davon: mit Höhen und Tiefen, langen Pausen, Hoffnung, Euphorie und Verzweiflung. Einer aber, von dem ich es bis dahin nicht gedacht hätte, war immer bei mir: Dave Brubeck mit seiner Musik, die er 1998 in Berlin gespielt hat. Ich weiß nicht, ob es die Musik selbst ist, oder nur ich, der sie emotional aufgeladen hat. Abschied, Trauer, Wut sind die Gefühle, die ich mit ihr verbinde. ich habe dieses Konzert seit 10 Monaten auf meinem MP3-Player, und ich habe es fast jeden Tag gehört.

Das heißt nicht, dass ich jetzt Brötzm, Braxton, Taylor und all die anderen nicht mehr höre, aber dieses Konzert war meine seelische Stütze.



The Dave Brubeck Quartet:


Tränenpalast, Berlin

Aufzeichnung vom 2.6.98


Dave Brubeck – p

Bobby Militello – as, fl

Jack Six – b

Randy Jones – dr


CD 1:

  1. Theme For June 17:16
  2. Marian McPartland 6:41
  3. Chorale 6:19
  4. The Basie Band Is Back 11:35
  5. Brandenburg Gate Revisited (fade out) 10:27


CD 2:

  1. What Will I Tell My Heart 8:53
  2. Waltzing 6:09
  3. Travelin' Blues 8:11
  4. I Got Rhythm 6:28
  5. The Things You Never Remember 9:40
  6. Take Five 12:16


mp3@192 kbs + CD cover



Ich hoffe es gefällt Euch auch.



ich frage mich ja, welches Konzert der Mann besucht hat.

Berliner Zeitung, 4. Juni 1998
:

"Der Häuptling und seine Indianer

Dave Brubeck Quartett im Tränenpalast

Philip Lukas

Würde er seinen Super-Hit spielen, der ihn seit 1959 verfolgt, obwohl nicht er ihn geschrieben hat, sondern sein damaliger Saxophonist Paul Desmond? Nach zweieinhalb Konzertstunden im gut besuchten Tränenpalast hämmert Dave Brubeck die "Take five"-Antwort in den Flügel, von einem Applaus der Erleichterung begrüßt.

Kaum ein Jazztitel ist so populär wie jene Komposition im unwiderstehlich hüpfenden 5/4-Takt mit der eingängigen Melodie; sie hängt dem mittlerweile 77jährigen Pianisten an wie die eiserne Kugel dem Gefangenen: Wo er ist, da ist auch sie und engt den Spielraum bis zur Bewegungsunfähigkeit ein.

Brubeck betritt schlurfenden Schrittes die Bühne und stellt mit schleppender Stimme zunächst seine Band vor, bevor er sich zu einer impressionistisch anmutenden Ouvertüre an den Flügel setzt, aus der sich eine getragene Ballade entwikkelt, die im Mittelteil mit klassischen Einlagen polyrhythmisch kokettiert, um dann über den Balladenton zum solistischen Ausgangspunkt zurückzufinden. Hier wie im gesamten ersten Teil des Konzertes ist der klassisch geschulte Brubeck zu hören, der Student von Darius Milhaud und Arnold Schönberg, der dem Jazz in den fünfziger Jahren eine intellektuelle Note verlieh und kammermusikalisch öffnete.

Dave Brubeck ist der Mittelpunkt schlechthin, seine Band ist kaum mehr als Begleitung für den Chef. Kein ernstzunehmender Jazzmusiker verfolgt heute noch das Konzept "Ein Häuptling und seine Indianer". Brubecks Musiker aber ordnen sich perfekt den Vorstellungen ihres Chefs unter, der dezent swingende Drummer Randy Jones ebenso wie der unaufdringlich spielende Bassist Jack Six und der figürlich an ein Obelix-Double erinnernde Saxophonist und Flötist Bobby Militello.

Das Brubeck-Quartett hält sich konsequent an diese Arbeitsteilung. Ein Konzert mit Dave Brubeck ist wie ein Gang in die Abteilung des Jazzmuseums, die der Zeit vor den Free-Stürmen der Sechziger und der Rock-Renovierung der Siebziger gewidmet ist. Brubeck weiß um diese Orientierung an längst überholten Konzepten; nicht von ungefähr fragt seine jüngst veröffentlichte CD im Titel: "So what s new" und gibt mit dem ersten Stück souverän die Antwort: "It s Déjà Vu all Over Again".

Die Wende im Konzert kam jetzt mit der Pause, der klassische Pianist Brubeck betont seine Jazzseite. Das Tempo der Stücke nimmt zu, Brubeck hämmert die ersten Blockakkorde, die statisch in ihrer Wiederholung den rhythmischen Fluß von Baß und Schlagzeug teilen. Ein ironischer Blues, ein schneller Walzer,die Band agiert endlich als kompakt swingendes Ganzes, dann das erlösende "Take five". Brubeck und die vergangene Zeit sind eins." 





Donnerstag, 1. Januar 2009

Nummer Eins

Ab und zu werde ich hier veröffentlichen. Ihr könnt aber auch Kommentare hinterlassen.
From time to time i shall post something at this place. This post is intended for comments.

Montag, 22. Dezember 2008

Bin wieder da/Here we go again

In den letzten vier Monaten hat sich ja eine ganze Menge getan: Es gibt eine Menge neuer Blogs, so daß ich langsam den Überblick verliere. Andererseits hat Mr. Lucky, wie ich feststellen konnte, seine Stube neu eingerichtet. Und das ist natürlich ein Gewinn. Ubu hat seine Radio Stuttgart Jazz Group-Serie beendet und auch gleich noch was für die Helden meiner Jugend getan (Carla Bley, Volker Kriegel, Albert Mangelsdorff ...). Außerdem wird in den Blogs soviel Anthony Braxton gepostet, daß ich gar nicht weiß, woher ich die Zeit nehmen soll, das alles zu hören.

Bei mir gibt als nächstes die Musik, die mich die letzten Monate begleitet hat. Laßt euch überraschen ...

Dienstag, 19. August 2008

Mach mal Pause/Off for some weeks



Ich muß erst mal einige Zeit weg. Bis dahin viel Spaß mit Wim und Leo.

Wer noch Lust auf Cecil Taylor hat, kann hier mal nachschauen (in den Kommentaren).

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I'll be off for some weeks. Have fun with Wim and Leo.

... and with Cecil Taylor. I left a link somewhere in the comments of inconstantsol.

Willem Breuker Kollektief - Live in Berlin 1976



Noch eine Aufnahme mit Willem Breuker und Leo Cuypers. Diesmal das Willem Breuker Kollektief von 1976/77.

Besetzung und Programm dieses Konzerts entsprechen mehr oder weniger der Platte "W.B.K. On Tour" (bvhaast 020), mit Ausnahme von track 7 und 8, die es wohl nicht auf die Platte geschafft haben. Auf der Platte fehlen Snijders, de Boer und Cuypers, wohingegen Jan Wolff auf dieser Aufnahme nicht zu hören ist.

Für alle Cuypers-Fans gibt es ein langes Solo (track 7). :-)

Leider fehlt der Schluß mit der Zugabe "Florida", da war die Cassette zu Ende. :-(



1 / Intro (synthesizer) 1:28
2 / Husse I (solo: Breuker) 4:33
3 / Antelope Cobbler (solo: van Norden, Driessen) 8:36
4 / Brass Quartet 0:43
5 / Hullie & Zullie 3:31
6 / Waaht (solo: Raaymakers) 4:24
7 / unknown title (solo: Cuypers) 6:50
8 / In Texas (voc.: ?)3:56
9 / Potsdamer Stomp (solo: Hunnekink, van Norden) 3:43
10 / Husse II 1:26
11 / Husse III (solo: van Manen) (cut off) 4:35

Personnel:
Willem Breuker - reeds
Bob Driessen - alto sax
Maarten van Norden - tenor sax
Boy Raaymakers - trumpet
Willem van Manen - trombone
Bernard Hunnekink - trombone
Lodewijk de Boer - viola
Leo Cuypers - piano, keyboards
Arjen Gorter - bass
Rob Verdurmen - drums

recorded West Berlin, Philharmonie, Nov. 4, 1976

Link im Kommentar

Dienstag, 22. Juli 2008

Breuker/Cuypers Live in Shaffy


Folly for to see what hat vor ein paar Wochen eine inoffizielle Aufnahme eines Konzerts aus dem Shaffy-Theater in Amsterdam ins Netz gestellt. Hier habe ich einen rip der offiziellen LP, die damals als BVHaast 005 erschienen ist. Ich wüsste nicht, dass sie bisher wiederveröffentlicht worden wäre. Gerippt habe ich von einer Cassette, die aber von der originalen Platte aufgenomen wurde. Die Qualität ist also nicht so gut wie das Original, aber trotzdem hörenswert.

Willem Breuker/Leo Cuypers - "Live in Shaffy"
BVHaast 005 (1974)

Willem Breuker - soprano & tenor saxophone, e-flat clarinet, bass-clarinet
Leo Cuypers - Piano

Kant 1:
1. Aandeel 1+2 (Breuker/Cuypers) 8:05
2. Rabbit (Breuker) 5:57
3. Fuer Leo und Wim (und Rudy) (Breuker/Cuypers) 1:51
4. Ham & Egg Stango (Breuker) 4:48

Kant 2:
1. Once there was (Cuypers) 6:42
2. Churchy (Breuker/Cuypers) 6:53
3. Bouquet Mélancholique (Cuypers) 3:00

recorded September 28, 1974 by Jos van Beek, Shaffytheater, Amsterdam, The Netherlands

Hörenswert ist auf jeden Fall auch die Musik. Wir haben hier den Humor, und auch die Selbstironie, der für die Holländer in der damaligen europäischen Szene typisch war. Die beiden handhaben souverän alle musikalischen Traditionen, die ihnen zur Verfügung stehen, und verschmelzen sie zu etwas, was so im Studio nicht möglich wäre und nach der theatralischen Situation, dem Live-Konzert verlangt.

Der Link befindet sich in den Kommentaren.

Sonntag, 30. März 2008

Free Forms

Unter dem Titel "Free Forms" bringt BigOzine eine kleine Serie von Konzertmitschnitten aus verschiedenen Radioarchiven aus den späten 60ern.

Tony Williams' Lifetime


Irene Schweizer Trio, Manfred Schoof Quintet, Peter Brötzmann Quartet


Globe Unity, Peter Brötzmanns Machine Gun


Die links bei BigO werden meist ein paar Wochen aktuell gehalten, danach sind sie weg. Interessant auf jeden Fall als alternate takes zu den bekannten Plattenaufnahmen. Gute Aufnahmen in passabler MP3-Qualität (192 kbs)

Under the title "Free Forms" BigOzine has a little series of radio broadcast from the late sixties. Mostly the links do last only for a few weeks. I think, it's interesting as alternate takes to the well known official releases.

Die Links sind inzwischen nicht mehr aktiv.

The links are dead.